Adresse

Förderverein „Graduiertenkolleg
Wandlungsprozesse e. V.“
Bürgerstraße 23,3 OG.
76872 Landau

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Das  multidisziplinäre und interuniversitäre Graduiertenkolleg  zielt auf die Gewinnung empirischer und theoretisch-kategorialer Erkenntnisse über aktuelle soziale, kulturelle und ökonomische Differenzierungsprozesse der Gegenwartsgesellschaft unter besonderer Berücksichtigung von qualitativen Veränderungen in Berufsrollen, Arbeitskraftmustern und Kompetenzprofilen. Diese Wandlungsprozesse und ihre Auswirkungen auf und ihre Anforderungen an Bildungs-, Beratungs- und Weiterbildungsverläufe samt den beteiligten Akteuren in ihren Lern- und Lebenswelten stehen im Mittelpunkt der Forschungsprojekte. 

Folgende Forschungsschwerpunkte sind in der Debatte von Interesse und bilden gleichsam thematische Kriterien für die Förderung von Forschungsprojekten:  

1)  Systembildung, Professionalisierung verberuflichten professionellen und/oder ädagogischen Handelns und Reflexivität in unmittelbar personenbezogenen sozialen Dienstleistungstätigkeiten, im außerschulischen Sozial- und Bildungs-/ Weiterbildungssystem, Erwachsenenbildung unter den Aspekten des Strukturwandels:

Im Mittelpunkt dieses Schwerpunktes steht zum einen die Erforschung von pädagogischer Reflexivität, professionellem Wissen und Können sowie Handlungslogiken verberuflichten pädagogischen Handelns. Ferner stehen Berufsperspektiven, Arbeitsmarktchancen in außerschulischen pädagogischen Handlungsfeldern auf der Agenda. Zentrale Forschungsstränge sind Untersuchungen zu Prozessen der Professionalisierung/ Deprofessionalisierung, Verberuflichung/ Verwissenschaftlichung sowie Untersuchungen zu berufsbiographischen Verläufen der Entstehung und Erosion professionsorientierter Handlungsmuster sowie Forschungen zur Kooperation und Konkurrenz zwischen pädagogischen und nicht-pädagogischen Professionen in institutionalisierten Handlungsfeldern und Organisationen.  

2)  Veränderungen auf der Ebene der Organisationen , z.B. die zunehmende Transformation und Flexibilisierung von Organisationsformen sowie der Einführung und Modifikation von Wissens- und Qualitätsmanagement, Führung, Beratung in Formen beruflicher Aus-, Fort- und Weiterbildung und Sozialisation:

Die Perspektive dieses Teilgebiets thematisiert die Organisation als Akteur und es steht die genauere Betrachtung von  institutionalisierten Formen des Lernens in und von Organisationen im Fokus., wobei davon auszugehen ist, dass  Lernen unter den Gesichtspunkten von organisationalem Wissen und organisationaler Kultur in einem intermediären Verhältnis von Individuum und Organisation zu beurteilen ist. Im Blickpunkt steht nicht nur die intentionale und akteursbezogene Vermittlung von Bildungsinhalten, sondern ebenso Prozesse, in welchen es  um  ´Einsozialisierung´ und ´Habitualisierung´ geht, in denen implizites Wissen und latente Lernprozesse gegenüber explizierter Wissensdistribution von Lerninhalten und manifesten Aneignungsformen dominieren.  Hierbei bilden wesentliche Bezugspunkte der Analysen Formen organisationalen Lernens, Change- Management, Umgang mit Veränderung  sowie Ausgangs- und Entwicklungspunkte sozialer Phänomene wie Organisations-, Management-, und Unternehmensberatung  sowie  Qualitätsmanagement etc. 

3)  Veränderungen auf der Ebene individueller Arbeits- , Tätigkeits- und Beschäftigungsverhältnisse. Hierbei interessieren Fragestellungen zur Veränderung der Sozialstruktur; allen voran die Erosion des Normalarbeitsverhältnisses und die wachsende Bedeutung von Formen der Selbständigkeit und Freiberuflichkeit

Unter diesem Forschungsstrang stehen Wechselwirkungsverhältnis von Bildungs- und Beschäftigungskontext, von individuellem Arbeitshandeln und der Arbeits- und Lebensgestaltung von Erwerbstätigen sowie ihre Auswirkungen auf individuelle Lern-, Entwicklungs- und Bildungsverhältnisse im Vordergrund. Ferner die Beschäftigung mit Fragestellungen zu Wandlungsprozessen in der Sozialstruktur (Demographischer Wandel/Interkulturelle Kompetenz etc.) in Organisationen und von älteren Mitarbeitern als Adressaten von Bildungs-, Entwicklungs-, Lern, und Personalentwicklungsangeboten.  Damit korrespondierend sind Untersuchungen anzustellen und zu prüfen, inwiefern Relationen zu Veränderungen den Lebenslauf und die Biographie  der Teilnehmerinnen betreffend rekonstruierbar sind.  

4)  Veränderung der Aneignung, Relativierung und Modifikation von Wissen und Können; Lernprozesse und Gestaltung von Lernorten und -welten im Kontext von Wandlungsprozessen :

Unter diesen Schwerpunkt fallen moderne Lernformen, selbstgesteuertes Lernen mit Hilfe von Medien und der adäquate Einsatz von Kommunikations- und Informationstechnologien. Gerade die bisweilen unreflektierte Anpreisung von neuen, mediengestützten Lernformen nötigt eine empirische Überprüfung von real ablaufenden Lernprozessen inkl. ihrer Ergebnisse auf. Aspekte einer Medienkompetenz, didaktischer Perspektiven sowie Prämissen des Lernens Erwachsener unter Zuhilfenahme von modernen/computergestützten Lernformen schließen hieran erst an. Wie aber auch bildungstheoretisch Fragestellungen, welche die Bildungsexpansion in der Wissensgesellschaft, Wissensproduktion und Distribution und die Universalisierung des Lernens/Lebenslagen Lernens thematisieren. Mit der semantischen und bildungspolitisch inspirierten Formel des Lebenslangen Lernens wird der Erwachsene in einer lebenslaufbezogenen Entwicklungsperspektive thematisiert, die einerseits (weiter-)bildungsbereichsübergreifende Zusammenhänge in den Blick nimmt und anderseits sich auch für eine facettenreiche Varianz und Pluralisierung formeller, informeller, arbeitsintegrierter Lernorte und möglicherweise „selbstgesteuerter“ Lernprozesse interessiert.

Link: Dokumentation bereits geförderter Projekte